Weltreisen | Auf Umwegen nach Vietnam (Teil 1: Metropolen in Fernost)

Reisen nach Asien gehören zu meinen großen Leidenschaften. Da traf es sich gut, dass sich unverhofft die Möglichkeit bot, eine Tour nach Vietnam zu planen. Das finanzielle und zeitliche Budget hatte aber noch etwas Spielraum und so drängte es sich fast auf, einen „kleinen Umweg“ einzubauen. Im ersten Teil geht es nach China und Hongkong.

Ob geschichtlich, gegenwärtig oder in seinen Zukunftsvisionen geizt China nicht mit Superlativen. Leider ist die Reise in das Reich der Mitte mit einigen Hürden verbunden. Die erste ist das Visum. Nun gibt es die Möglichkeit diese Restriktion zu umgehen, wenn man sich lediglich als Transitreisender im Land aufhält. Man hat die Möglichkeit sich in bestimmten Metropolen für eine Dauer von 72 Stunden ohne Visum aufzuhalten. So beispielsweise auch in Shanghai. Die Finanz- und Handelsmetropole am Pazifik sollte dann auch das erste Ziel auf unserer „Umwegreise“ sein. Als Fluggesellschaft wählten wir aufgrund der positiven Erfahrungen in der Vergangenheit die russische Aeroflot. Und so ging es an einem Sonntagmittag von Berlin-Schönefeld über Moskau nach Shanghai. Das erste Problem ergab sich dann auch schon beim Checkin in Schönefeld: Laut den „Transitbedingungen“ soll der visafreie Aufenthalt der Fluggesellschaft angezeigt werden, damit diese das an die Chinesischen Grenzbehörden übermittelt. Soweit die Theorie. In Schönefeld fragte ich die Mitarbeiterin am Schalter, ob sie das erledigt oder das ihre Kollegen in Moskau übernehmen. Nach erfolglosen Recherchen in ihrem Computer und Nachfragen bei offensichtlich ähnlich kompetenten Mitarbeitern wollte man unser Gepäck über Shanghai hinaus durchchecken. Man begnügte sich nicht damit einfach zu sagen, dass man die Regelung nicht kennt – das wäre ehrlich gewesen. Nein man behauptete steif und fest, dass unser Vorhaben unmöglich sei und eine Einreise nach China so nicht erlaubt ist. Nach einigem Hin und her und dem Vermerk, dass wir über die „Illegalität“ unseres Vorhabens belehrt wurden, bekamen unsere Koffer dann die Banderole nach Shanghai und wir bestiegen genervt den Flieger. Der Umstieg nach knapp 2 1/2 Stunden dann in Moskau Sheremetyevo. Nach einem kurzen Bummel durch diverse Duty-Free Läden und der Erkenntnis, dass alle vermeintlichen Schnäppchen in Deutschland teilweise deutlich günstiger zu bekommen sind, gönnen wir uns noch einen Borschtsch im Restaurant. Unser Flieger nach Shanghai war eine Boeing 777 und wir nutzten die Komfortklasse, was im Prinzip die „Premium Economy“ von Aeroflot ist. Zusammenfassend können wir sagen, dass die Verpflegung absolut auf Business-Class Niveau war. Die Sitze und das Platzangebot waren befriedigend. Man darf jedoch bei einem Nachtflug nicht zu viel erwarten und ist dann auch froh, wenn die Maschine zum Landeanflug ansetzt. Bei Tagesflügen ist die Komfortklasse definitiv zu empfehlen und man wird vom Preis-Leistungsverhältnis kaum etwas besseres finden.
Während in der Heimat die meisten Menschen noch tief und fest schlafen, sehen wir in Ostasien die Sonne aufgehen. Mit etwa 20 Minuten Verspätung landen wir auf dem riesigen Flughafen Shanghai Pudong. Nach einem schier endlosen Marsch durch die Galerie des Terminals kommen wir in eine große Halle mit unzähligen Schaltern, an denen die Einreiseformalitäten erledigt werden. Ich frage einen Sicherheitsbediensteten, wo die Schalter für den visafreien Transit zu finden sind. Er weist uns zu den Schaltern 1 bis 3, wo gähnende Leere herrscht. Wir füllen zwei blaue Kärtchen aus. Der Grenzbeamte will die ausgedruckten Reservierungen der Anschlussflüge sehen, tippt und prüft in seinem Computer und dann bekommen wir auch schon einen Aufkleber in unsere Pässe und wir dürfen einreisen. Wir wollen mit der Maglev in Richtung Innenstadt fahren, in Deutschland besser als Transrapid bekannt. Die Magnetschwebebahn verbindet den Flughafen Pudong mit der Metrostation Lóngyáng-Road. Es gibt ein Kombiticket, welches man direkt am Schalter vor dem Zugang zur Bahn erwerben kann. Bevor es dann zum Bahnhof geht, müssen wir eine Sicherheitskontrolle passieren. Gepäck wird durchleuchtet, Personen müssen durch einen Detektor. Kontrollen dieser Art finden sich an allen Zugangsstationen zum Transrapid oder in der Folge auch zur Metro. In den Hauptverkehrszeiten gibt es Züge, die mit der Höchstgeschwindigkeit von 430 km/h verkehren. Ansonsten muss man sich mit „nur“ 300 km/h begnügen.
Nachdem der Zug eingefahren ist und die ankommenden Passagiere die Bahn verlassen haben, dürfen wir einsteigen. Optisch wirkt alles etwas großzügiger als in einem herkömmlichen Zug, im Grunde aber vergleichbar. Das Fahrgefühl ist natürlich deutlich ruhiger, immerhin schweben wir ja auch. Der Zug ist ziemlich leer. Meiner Beobachtung nach nicht einmal zu 20 % besetzt. Diversen Informationen zufolge soll der Betrieb aufgrund der geringen Auslastung auch stark defizitär sein. Möglicherweise liegt das an dem doch recht hohen Fahrpreis von umgerechnet etwa 6 EUR und der Tatsache, dass die Bahn nicht bis in die Innenstadt verkehrt, sondern an einer Umsteigestation der Metro endet. Nach nicht einmal 10 Minuten ist das Fahrerlebnis auch schon vorbei und wir müssen aus- und in die Metro umsteigen. Die Durchgänge an den Drehkreuzen könnten etwas größer dimensioniert sein. So bleibt man gerne stecken. Da aber ständig (Sicherheits-) Personal in der Nähe weilt, ist auch das kein Problem. Eingeklemmten „Langnasen“ hilft man hier gern.  Nachdem wir aus dem Untergrund wieder aufgetaucht sind, versuche ich mich anhand der Karte zu orientieren. Eine ältere Frau bemerkt dies und bietet sofort ihre Hilfe an. Ich zeige auf unser Hotel und möchte wissen in welche Richtung wir laufen müssen. Sie schnappt sich die Karte und geht zu einem Uniformierten, der am Straßenrand steht. Offensichtlich eine Art Verkehrspolizist. Nachdem sie mit ihm unser Problem besprochen hat kehrt sie zurück und weist uns die Richtung. Eine schöne Begegnung. Wunderbare Menschen.
Der Weg zum Hotel entpuppt sich als länger und beschwerlicher als angenommen, aber schließlich erreichen wir das Shanghai Bund South China Harbour View Hotel. Positiv war im Vorfeld, dass der Checkin schon ab 12:00 Uhr möglich war. Der Empfang an der Rezeption war sehr freundlich. Nach den Formalitäten ging es auf das Zimmer. Es wirkte etwas abgewohnt war aber insgesamt in Ordnung. Schnell etwas frisch gemacht und dann ging es schon los zur ersten Entdeckungstour am Bund. Eine breite befestigte Uferpromenade mit einer Länge von über 2 1/2 Kilometern. Sie wird von tausenden Chinesen frequentiert. Man verweilt, macht Bilder. Am gegenüberliegenden Ufer des Huangpu-Flusses ragt das neue Handels- und Finanzzentrum hoch die Wolken. Man spürt den Stolz der aus entfernten Provinzen angereisten Chinesen auf das hier Erreichte.
Den größtmöglichen Kontrast zu dieser Glitzerfassade bietet die Altstadt. Hier finden sich noch Gassen, in denen sich Touristen nicht gegenseitig auf die Füße treten. Hier hat man mit etwas Glück noch die Möglichkeit, etwas ursprüngliche Atmosphäre aufzusaugen. Wir schlendern die Gassen entlang und beobachten das Treiben. Händler, die alles Mögliche feil bieten, Friseure, die ihr Handwerk auf der Straße ausüben oder Gruppen aus der Nachbarschaft die zusammensitzen und Tee trinken.
Auch hier finden sich natürlich touristisch relevante Sehenswürdigkeiten, beispielhaft sei hier der Yu-Garden genannt, gewissermaßen grüne Lunge und Mittelpunkt der Altstadt. Die Anlagen und Bauten verkörpern die Kunst aus verschiedenen Dynastien. Hinter jeder Ecke gibt es etwas neues zu entdecken und trotz der zahlreichen Touristen finden sich ruhige Ecken, in denen man verweilen kann.
Von der Ruhe geht es zurück ins Getümmel. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Markt. Man findet hier eine Menge Geschäfte mit mehr oder weniger nützlichem Kram. Fliegende Händler die uns alles Mögliche aufschwatzen wollen. Darüber hinaus Restaurants und Fressbuden mit für Westeuropäer eher skurrilem Angebot. Frittiert, paniert oder noch am Spieß zappelnd. Die Lautstärke ist enorm. Man findet hier vor allem Chinesische Touristen, auf die das Angebot auch zugeschnitten ist. Gerade das macht es aber so einzigartig und interessant sich das anzusehen.
Man fasst kaum wie schnell die Zeit vergeht und es wird allmählich dunkel.

Wir laufen zurück zum Bund um uns nun die berühmt beleuchtete Skyline des Finanzzentrums zu anzusehen. Die breite Uferpromenade ist voller Menschen. Man bekommt kaum einen Platz am Geländer in der ersten Reihe. Die sich auf der Promenade tummelnden Menschenmassen erinnern eher an eine Großveranstaltung. Mitunter muß man seine Ellenbogen einsetzen, um hier durchzukommen. Ich habe so etwas vorher noch nie gesehen. Die Wolkenkratzer erstrahlen in wechselnden Farben. Die Spitzen verschwinden teilweise in den Wolken, oder im Smog. So genau lässt sich das nicht wirklich beurteilen. Junge Mädchen posieren vor der Kulisse, einige Hochzeitspaare lassen sich auch professionell ablichten. Es ist Zeit zurück ins Hotel zu gehen. Natürlich nicht ohne ein einem kleinen Geschäft unterwegs noch zwei Dosen Bier zu kaufen. Eigentlich hätte man das dort palettenweise hinaustragen können. Die drei im Laden befindlichen Mitarbeiterinnen klebten vor einem Fernsehschirm. Sie waren so vertieft in die dort laufende Seifenoper, dass sie unsere Anwesenheit offenbar gar nicht bemerkten. Zurück im Hotel versuchen wir noch Kontakt mit den Daheimgebliebenen herzustellen und merken, dass aufgrund der chinesischen Restriktionen viele uns bekannte Anwendungen keine Verbindung aufbauen können. Google, WhatsApp oder Facebook lassen sich nicht einmal mit einem VPN-Tunnel verbinden. Ich muss zugeben, dass ich mich mit den Tipps und Tricks in dem Zusammenhang im Vorfeld nicht weiter befasst habe. Möglicherweise bekommt man es irgendwie hin. Einzig Threema funktioniert aber problemlos und wir können ein Lebenszeichen nach Sachsen senden. Nach dem Duschen mal noch eben das chinesische Bier gekostet und mit Mühe während des Trinkens nicht eingeschlafen. Viele Stunden sind wir nun unterwegs und so schlummern wir am anderen Ende der Welt erschöpft ein.
Die erste Begegnung am nächsten Tag haben wir mit zwei Zimmermädchen auf dem Gang. Beide starren auf ihre Smartphones, auf denen eine Seifenoper läuft. Auch sie bemerken uns nicht. Nach dem Frühstück will ich Geld und Fotoausrüstung aus dem Zimmersafe holen. Leider ist die Batterie zu schwach um das Behältnis zu öffnen. Also führt mich mein Weg zur Rezeption. Dort versuche ich das Problem auf Englisch zu beschreiben. Niemand versteht was ich meine. Also nehme ich mein Smartphone und nutze den „Google-Übersetzer“. Glücklicherweise habe ich Chinesisch daheim noch zum Offline-Gebrauch heruntergeladen. Da Google, wie beschrieben, blockiert wird, kann ich das jedem nur wärmstens ans Herz legen. Sofort versteht der Rezeptionist was gemeint ist und wenige Minuten später ist ein Techniker auf dem Zimmer. Wir sind überrascht, wie selten und schlecht in dieser Weltmetropole Englisch gesprochen wird.
Unser erster Weg führt uns zum Cheng Huang Miao-Tempel in der Altstadt. Nach dem Kauf der Eintrittskarte umgarnt uns schon gleich der Duft von Räucherstäbchen, die hier von den buddhistischen Gläubigen angezündet werden. Nach einem Rundgang begeben wir uns zum Platz des Volkes.
Im daneben liegenden Park kehren wir in ein Teehaus ein und im Anschluss schlendern wir über die Haupteinkaufsstraße, die Nanjing Lu, zur Metro, die uns auf die andere Uferseite ins Finanzzentrum bringen wird. Hier wollen wir hoch hinaus und begeben uns in das Gebäude des World Financial Center.
Der markante Wolkenkratzer mit der rechteckigen Aussparung ist 492 m hoch. Die obere Aussichtsebene befindet sich auf 474 m. Nach dem Kauf der Eintrittskarte und umfangreichen Sicherheitskontrollen geht’s mit dem Fahrstuhl nach oben. Die Aussicht ist gigantisch. Leider etwas getrübt durch den Smog. Das Licht ist gedämpft und man kann auch durch die Scheibe ganz gut fotografieren. Wir sehen den Abend über die Metropole hineinbrechen. Nach und nach erleuchten die riesigen Gebäude und alles entfaltet einen ganz eigenen gigantischen Charme.
In den unteren Etagen des World Financial Center befinden sich Läden und Restaurants. Wir kaufen in einem Teeladen noch etwas für daheim und schlendern zurück in Richtung Metro und Hotel.
Am nächsten Morgen müssen wir zeitig aus den Federn, denn unser Flug geht schon früh. Wir lassen das Frühstück im Hotel ausfallen und begeben uns zur Metro. Es ist kurz vor sechs Uhr in der Früh. Die riesige Stadt scheint noch zu schlafen. Die parkenden Autos auf unserem Weg sind alle mit einer deutlichen Rußschicht eingepudert. Ruß und Smog sind ein echtes Problem hier. Offenbar hauptsächlich verursacht durch die Industrie der Umgebung. Der Individualverkehr ist jedenfalls nicht so ausgeprägt wie in westlichen Großstädten und kann als Verursacher dafür allein nicht in Frage kommen.
Die Metrolinie 2 führt zumindest nach Linienplan bis zum Flughafen Pudong. Irgendeine unverständliche Durchsage plappert aus dem Lautsprecher, dass die Fahrt endet. Wir steigen aus und warten vergeblich auf die nächste Bahn zum Flughafen. Und auf die nächste und die nächste.. An der Haltestelle Guanglang Rd muss man sozusagen immer umsteigen. Von der Linie 2 in die Linie 2. Es gibt praktisch keine durchgängigen Züge. Da wir auf dem Hinweg in die Magnetschwebebahn gewählt haben, war uns dieses Prozedere natürlich nicht bekannt und so vergingen 20 Minuten, bis wir das System kapiert haben. Am Flughafen angekommen, werfe ich noch einen flüchtigen Blick auf die ausgedruckten Tickets. Terminal 1, Flug CX365 mit Abflug um 09:35 Uhr. Von der Metrostation müssen wir einen schier endlosen Weg zum Terminal zurücklegen. In dieses kommen wir nur durch eine vorherige Sicherheitskontrolle. An der Abflugtafel lese ich Abflug um 09:35 Uhr nach Hongkong mit China Eastern. Das irritiert mich, da wir eigentlich mit Cathay Pacific fliegen sollen. Auch die Flugnummer stimmt nicht, nur die Uhrzeit und das Ziel. Ich frage einen Flughafenmitarbeiter und zeige ihm meinen Ausdruck. Er meint es ist alles OK und weist uns zum CheckIn Bereich von China Eastern. Hier stehen hunderte Menschen kreuz und quer an. Ein weiterer freundlicher Mitarbeiter fordert Ticket und Pässe. Er will uns helfen und möchte mit uns den CheckIn am Automaten machen. Er legt dazu unsere Pässe auf ein Lesefeld aber es erscheint immer eine Fehlermeldung. Nach dem vierten Versuch gibt er auf und fordert uns auf, uns doch in die Schlange einzureihen. Ich sage ihm, wir haben Business Class gebucht und ob es nicht einen separaten Schalter gibt. Ja gibt es, am anderen Ende der Abflughalle. Eigentlich wollten wir in der Lounge noch einen Happen frühstücken, langsam wird die Zeit knapp. Der Business Class Bereich von China Eastern ist wirklich erwähnenswert. Auf dem dicken roten Teppich kann man die Koffer kaum ziehen. Alles sehr gediegen. Während des CheckIn kann man sich in einen Sessel setzen, alle Mitarbeiter sind sehr freundlich und bemüht. Die Mitarbeiterin am Schalter tippt unsere Daten in den Rechner. Sie tippt und tippt. Schaut auf meinen Ausdruck, auf die Pässe und tippt und tippt. Sie nimmt den Telefonhörer in die Hand und telefoniert. Anschließend tippt sie wieder. Dann telefoniert sie wieder. Irgendwie habe ich das Gefühl, hier läuft was falsch. Sie sagt, das sei der Schalter von China Eastern und nicht von Cathay Pacific. Natürlich, dass weiß ich auch. Wo lag der Fehler? Ich habe das falsche Terminal abgelesen. Ich war in der Zeile verrutscht. Ein Fehler, der wahrscheinlich nur einmal im Leben passiert. Sie sagt, wir können den Bus nehmen, der uns zum Terminal 2 bringt. Wir gehen aus der Halle. Keine Ahnung wo hier ein Bus abfahren soll. Ich frage mehrere Reisende und Mitarbeiter. Keiner kann helfen. Es geht zwischenzeitlich nicht mehr um das Frühstück. Es geht eigentlich nur noch darum den Flieger nicht zu verpassen. Wir gehen zurück in die Halle, natürlich durch eine Sicherheitskontrolle. Alles kostet jetzt wertvolle Zeit. Ich erwäge durch den Verbindungsbau zum anderen Terminal zu laufen. Dort hin kommen wir aber nicht mehr. Ein Sicherheitsbediensteter scheint bemerkt zu haben, das wir Probleme haben. Ich erkläre es ihm kurz, er öffnet eine verschlossene Tür nach draußen und zeigt uns den Bereich wo, der besagte Bus abfahren soll. Da ist der Bus auch schon und ich gestikuliere dem Fahrer zu und wir können zusteigen. Die Fahrt dauert einige Minuten. Der CheckIn-Bereich von Cathay Pacific ist schon leergefegt. Die Formalitäten erledigt, auf zur Sicherheitskontrolle. Da kommt die Mitarbeiterin angerannt und bittet mich zur Gepäcknachkontrolle. Es bleibt uns heute nichts erspart. Aufgefallen war ein im Koffer verpacktes Stativ. Schlussendlich sind wir die letzten, die in den Flieger steigen. Wir fallen erschöpft in unsere Sessel. Auf zur nächsten Etappe, auf nach Hong Kong.
Hong Kong mit seinen etwa 7,5 Millionen Einwohnern ist eine chinesische Sonderverwaltungszone. Ein Visum, wie für das Mutterland, ist nicht notwendig. Ein Reisepass ist ausreichend und die Einreiseformalitäten sind unbürokratisch. Man bekommt einen Schnipsel mit einem Barcode, das war`s.
In Hong Kong möchten wir die Airport-Express-Linie der Metro vom Flughafen in die City  nutzen. Hin und Rückfahrt sind gemeinsam gekauft günstiger. Für den gesamten öffentlichen Nahverkehr in Hong Kong bietet sich die Octopus-Card an. Man kann damit ein entsprechend aufgeladenes Guthaben aufbrauchen. Nicht genutztes Guthaben plus eine vorher entrichtete Pfandgebühr erhält man bei Rückgabe zurück. Die Fahrten mit der Airport Express Linie kann man allerdings nicht über die Octopus-Card abrechnen. Zu beachten ist auch, dass man um den In-Town-CheckIn zu nutzen, zwingend eine Karte für die Airport-Express-Linie benötigt. Am In-Town-CheckIn kann man bei bestimmten Fluggesellschaften für bestimmte Flüge bereits in der Stadt einchecken, wird seine Koffer los und spart sich somit das Anstehen am Flughafen. Wer also den deutlich günstigeren Bus zwischen Flughafen und Stadt nutzen möchte, sollte dies auf der Hinfahrt tun, so er denn auf dem Rückweg bereits in der Stadt seine Koffer aufgeben will. Glaubt man diversen Reiseberichten, soll die Busfahrt tolle Ausblicke bieten. Wir hatten das eigentlich für den Rückweg zum Flughafen eingeplant, jedoch kannten wir die Details nicht und somit blieb auch hier nur die Bahn.
Der Airport-Express ist nur mäßig besetzt und die Fahrt endet an der Hong Kong Station. Von hier gönnen wir uns ein Taxi zum Hotel. Man sollte nicht überrascht sein, aber in Hong Kong kostet Gepäck im Taxi extra.
Im Hotel nur etwas frisch gemacht und auf geht’s zur ersten Erkundungstour auf den Berg. The Peak. Wir gehen zur Talstation der legendären Peak Tram. Vor dem Häuschen stehen hunderte Menschen an. Eigentlich wollen wir zur Dämmerung oben sein. Also nehmen wir uns ein Taxi. Der Autoverkehr ist enorm. Trotzdem sind wir zügig den Berg hinauf gefahren. Hier stehen wir vor dem so genannten Peak Tower. Eine neu errichtete futuristische Aussichtsplattform mir Läden und Restaurants in den unteren Bereichen. Alles sieht ziemlich überlaufen aus und wir verzichten hier hoch zu gehen. Wir und folgen lieber einem weit verbreiteten „Geheimtipp“. Einige hundert Meter weiter findet sich ein ruhiges Plätzchen, welches einen atemberaubenden Blick freigibt.
Es sind vielleicht 10 bis 15 Leute mit uns hier. Man schaut auf die Stadt und die Hochhäuser wirken wie Spargelspitzen, die viel zu eng aus dem Boden in die Höhe sprießen. Man kann sich nicht sattsehen.
Als es dunkel wird, laufen wir zurück zum Tower und zur dortigen Busstation, um wieder hinunter in die Stadt zu kommen. Auch hier heißt es wieder anstehen und auf den Bus warten. Da wir langsam aber sicher hunger bekommen und uns vorher noch die Lasershow ansehen wollen, nehmen wir wieder ein Taxi. Der Fahrer setzt uns an der Hong Kong Station ab und von hier fahren wir mit der U-Bahn bis Tsim Sha Tsui aufs Festland. Nach einigen hundert Metern Fußweg sind wir am Wasser und haben einen guten Blick auf Hong Kong Island. Um 20:00 Uhr beginnt die Lasershow „Symphonie Of Lights“ untermalt mit Musik. Einzelne Laserstrahlen kommen die Skyline empor, mehr nicht. Wenn es sich zeitlich einrichten läßt, kann man es sich durchaus ansehen. Ein Muss ist es nach meiner Ansicht auf keinen Fall. Geschmackssache eben.
Von hier geht es weiter ins Getümmel. Zur Haltestelle Mong Kok. Die vielen Menschen, die Leuchtreklamen, die Atmosphäre: Man muss es sich ansehen. Man kann es nicht beschreiben. In der Nähe gibt es ein Einkaufszentrum. Hier essen wir zu Abend und ich besorge noch meine obligatorischen zwei Büchsen Bier fürs Hotel. Unser Hotel ist das Garden View Hong Kong auf Hong Kong Island. Hotels in Hong Kong sind üblicherweise nicht gerade preiswert. Insoweit waren wir mit unserer Unterkunft zufrieden. Im Gegensatz zum Mutterland wird das Internet hier nicht zensiert. Der Verbindungsaufbau in die Heimat klappte also problemlos.
Da Hong Kong auch nur Zwischenstation war, bricht heute schon unser zweiter und letzter Tag an. Mittels Taxi gelangen wir wieder zur Hong Kong Station. Hier geben wir unsere Koffer für den abendlichen Flug auf und fahren mit der Metro bis Prince Edward. Nachdem wir gut gegessen haben, begeben wir uns zunächst zum Flower Market an der gleichnamigen Flower Market Rd. Von der Schnittblume bis zum Baum gibt es hier fast alles.
Ich schaue mir gerade einen Verkaufsstand an, als auf einmal wie wild alle zu rennen beginnen und die Verkaufswagen von der Straße beiseite oder in die Hinterhöfe schieben. Einige Zeit später kommt eine Streife vorbei. Offenbar das Ordnungsamt oder so was in der Art. Sie haben nichts zu beanstanden… Eine filmreife Szene. Danach geht es zum Bird Market an der Yuen Po Street.
Hier kann man Vögel, deren Nahrung und allerhand Zubehör erstehen. Für mitteleuropäische Tierfreunde sind die Eindrücke eher grenzwertig. Einen weiteren Abstecher machen wir dann noch zum Hong Kong Fish Market.
Alle drei Märkte liegen in fußläufiger Entfernung der Metrostation und bieten eine gute Möglichkeit ursprüngliches Markttreiben zu beobachten.
Nach einigen Besorgungen brechen wir wieder in Richtung Airport-Express auf, der uns zum riesigen Flughafen bringt. Diesmal haben wir etwas mehr Zeit als in Shanghai und können uns in der Lounge von Cathay Pacific ausgiebig verpflegen. Als die Dämmerung beginnt, begeben wir uns zum Flieger, der uns nach Hanoi bringen wird. Mehr dann im nächsten Teil.

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